Regierung will 1,1 Milliarden Euro sparen

Die Regierung will bei der Förderung der Energie-Sanierung von Gebäuden 1,1 Milliarden Euro sparen. Ein internes Papier beweist, dass sie damit bewusst Arbeitsplätze riskiert. Das Handwerk fürchtet um Zehntausende Jobs.

Die Bundesregierung rudert bei ihren Versprechen zur Konjunkturförderung in wichtigen Punkten zurück. Nach den geplanten Kürzungen bei der Förderung von Solarstrom sollen jetzt auch die Förderdarlehen für den klimagerechten Umbau von Gebäuden um die Hälfte sinken.

Umweltschützer gehen auf die Barrikaden, weil sie Deutschlands Klimaziele in Gefahr sehen. Das Handwerk rechnet bereits mit “Auftragsstornierungen in bislang nicht gekanntem Umfang”. Gegenüber unserer Zeitung sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler gestern: “Jetzt die energetische Sanierung auszubremsen gefährdet tausende hoch qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze.”

Mit den über die staatliche KfW-Bank ausbezahlten Förderdarlehen wurden allein im vergangenen Jahr über 550000 Wohneinheiten in Deutschland energetisch verbessert. Das Geld floss zum Beispiel in bessere Heizungen, Fenster oder Dachdämmungen. 2,2 Milliarden Euro hat die KfW dafür ausgegeben. Laut Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2010 sollen die Mittel jetzt halbiert werden.

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KfW- Fördermöglichkeiten

Im Rahmen der Förderinitiative »Wohnen, Umwelt, Wachstum« kann man bis zu 50.000 € zinsverbilligten Kredit pro Wohneinheit von der KfW erhalten. Voraussetzung: Das Gebäude muss vor 1995 fertig gestellt worden sein. Wenn das Haus nach der Sanierung mindestens Neubau-Standard erreicht, bekommt man von der KfW einen Tilgungszuschuss bis zu 12,5 Prozent der bewilligten Summe. Den Kreditantrag kann man bei der Hausbank stellen. Ein Sachverständiger sollte allerdings im Vorfeld einen Energiebedarfsausweis erstellt haben. Wer gefördert werden will, muss einen handwerklichen Fachbetrieb beauftragen und Rechnungen einreichen.
Ohne Kredit? Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern können auch Zuschüsse erhalten. Bis zu 8.75o Euro zahlt die KfW, wenn der neue Energieverbrauch unter 30 Prozent des Neubau-Standards liegt. Den Zuschuss sollte direkt über die KfW vor Baubeginn beantragt werden. Bezuschusst werden auch Kosten für Energieberatung und Baubegleitung mit maximal 1.000 Euro. Andere Finanzierungsmöglichkeiten kann der Energieberater aufzeigen.